Güstrower SC 09 – FUSSBALL


24.11.2017 | 1. Männer: GSC - TSV Bützow 4:0 (3:0) PDF Drucken E-Mail

Effektiver GSC, glückloser TSV
Abgezockte Güstrower besiegen abschlussschwache Bützower mit 4:0 (3:0)

Fast ein ganzes Jahr mussten Fußballfans der Region darauf warten, am vergangenen Freitag fand es endlich wieder statt: Das Derby zwischen dem Güstrower SC und dem TSV Bützow. In einem Spiel auf hohem Niveau setzte sich mit dem GSC die effektivere Mannschaft mit 4:0 (3:0) durch – ein Sieg, der nach dem Spielverlauf nicht komplett unverdient, aber in der Höhe aufgrund der dargebotenen Leistung der unterlegenen Bützower definitiv zu hoch ausfiel.

Die Vorzeichen der Partie versprachen eine spannende Begegnung, auch wenn beide Mannschaften auf teils wichtiges Personal verzichten mussten. Während auf Güstrower Seite mit Rico Keil der Topstürmer passen musste, musste TSV-Trainer Helge Marquardt zum Beispiel auf Abwehrchef Hannes Hojenski und Jonas Koszinski sowie auf die Langzeitverletzten Sebastian Synwoldt (dennoch aber erstmalig wieder auf der Bank) und Felix Moritz verzichten. Die TSV-Männer um Kapitän Tony Lübke waren aber von der ersten Minute an hellwach und rissen das Spielgeschehen an sich. Ein kompaktes Mittelfeld, enges Feld bei gegnerischem Ballbesitz, zielstrebiges Spiel nach vorne – all das, was man sich zuvor vorgenommen hatte, wurde in den ersten 20 Minuten sehr gut umgesetzt. Zudem erspielte sich der TSV erste gute Chancen, die jedoch nicht genutzt wurden. Dass die Güstrower trotz anfänglicher Passivität stets gefährlich sind, zeigten sie dann in der 20. Spielminute. Ein langer Ball tief aus der Güstrower Hälfte von Kapitän Björn Plate reichte aus, um die aufgerückte TSV-Abwehr zu über- und GSC-Angreifer Sava-André Mihajlovic freizuspielen. Letzterer fand sich allein vor TSV-Keeper Paul Junge wieder und vollendete zur überraschenden 1:0-Führung für die Güstrower. Der TSV schüttelte sich nur kurz und marschierte sofort wieder in Richtung Güstrower Tor. Knapp zwei Minuten nach dem Rückstand hatte Christoph Höpel die Riesenchance zum Ausgleich, als er gleich zweimal innerhalb von Sekunden am Güstrower Abwehrverbund scheiterte. Sollte sich bereits hier bei den Anwesenden der Eindruck erhärten, man könne noch Stunden spielen und es würde kein Bützower Tor fallen – man sollte Recht behalten.

Im letzten Drittel zu unentschlossen „Wir hatten zwar um die 70 Prozent Ballbesitz, doch was wir dann vor allem im letzten Drittel gemacht haben, dass war teilweise viel zu unentschlossen und ungenau. Das ist sehr schade, denn wir hatten viele Chancen, das Ergebnis anders zu gestalten“, wusste auch Trainer Helge Marquardt um das entscheidende Bützower Manko des Tages. Dass sich das dann gegen eine Mannschaft wie Güstrow rächt, ist nicht verwunderlich. So wurde zunächst ein langer Eckball der Gastgeber vom völlig freistehenden Marvin Bartelt per Kopf zum 2:0 (30. Spielminute) genutzt. Als dann in der 40. Minute ein Handelfmeter der Marke „Kann, muss aber eher nicht“ den Güstrowern zugesprochen wurde, den Mihajlovic zur 3:0-Führung verwandelte, sah man in viele ratlose Bützower Gesichter auf dem Platz. Mit dem 3:0 für den GSC ging es schließlich auch in die Pause.

Auch in der zweiten Halbzeit verzeichnete der TSV hohe Ballbesitzwerte, hatte mehr Spielanteile und doch setzte sich auch das Bild hinsichtlich der Effektivität vor dem gegnerischen Tor fort. Beste Chancen durch Marcel Papenhagen, Tony Lübke oder Felix Engert wurden nicht genutzt bzw. durch Güstrower Spieler vereitelt. Auf der anderen Seite zeigte sich dann vor dem Bützower Tor, was die Güstrower dem TSV an diesem Abend voraus hatten: Brutale Effektivität. Enrico Karg machte in der 75. Minute mit dem 4:0 per Kopf den Deckel drauf. In der Schlussviertelstunde warf der TSV dann nochmals alles nach vorne, doch auch das letzte Aufbäumen sollte an diesem Abend nicht von Erfolg gekrönt sein.

GSC-Coach Lange hebt die Effektivität hervor: „Ich kann meiner Mannschaft – trotz des eindeutigen Ergebnisses – nur eine gute Leistung bescheinigen. Unabhängig von der teilweise sehr schmeichelhaften Entstehung der Güstrower Tore haben wir es mit unseren hohen Ballbesitzanteilen einfach nicht geschafft, mit der notwendigen Durchschlagskraft vor das Güstrower Tor zu gelangen und vielleicht dann auch mal ein Tor zu erzwingen. Da waren mir zu viele Ungenauigkeiten im letzten Drittel“, so das Fazit von TSV-Trainer Marquardt.

„Ich denke, wir haben ein recht zügiges, stellenweise recht flottes Verbandsligaspiel gesehen. Beide Mannschaften haben ihr Heil in der Offensive gesucht. Ich bin der Meinung, dass wir verdient gewonnen haben, weil wir ganz einfach effektiver waren“, sagt Güstrows Trainer Sven Lange.

Güstrower SC: Edgaras Kuhlmann – Marvin Bartelt, Paul Fichelmann, Eddy Bormann, Enrico Karg (81. Julian Wiefel), Nico Hinrichs, Florian Reimer, Sava-André Mihajlovic, Björn Plate, Ole Schuller (87. Max Buchholz), Björn Boy
TSV Bützow: Paul Junge – Philipp Schönbrunn, Max Körting, Tommy Bladek, Felix Engert, Paul Puskeiler, Marcel Papenhagen (73. Christian Urgast), Iago Dos Santos Batista (65. Leonardo Carvalho Pires), Christoph Höpel, Danny Koop, Tony Lübke

Tim Puskeiler/roki